Portrait Ronald Schminke-HNA

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Ronald Schminke wohnt in Gimte.
Das alte Stallgebäude im Hintergrund
hat er selber ausgebaut.
Foto Schmidt -HNA-

Sein Motto ist: hart, aber herzlich
Ronald Schminke (SPD) baut auf seinen Ruf als Anpacker und auf Arbeiterwerte wie Solidarität

Von Axel Schmidt –HNA vom 10.01.2008

Ronald Schminke mit Megaphon vor der Streikfront seiner IG BAU. Roland Schminke beim Pflastern an der Kirche seines Heimatdorfs. Roland Schminke, die Ärmel hochgekrempelt, in Kampfhaltung über den Konferenztisch gebeugt. Roland Schminke mit Schlips und Kragen am Rande des Kreistags, eindringlich auf seinen Gegenüber einflüsternd ... Die pure physische Präsenz des Gimters wird von seinem handfesten Vokabular noch unterstrichen: Da wird „der Hammer in die Hand“ genommen, da wird mit „Häuserkampf“ gedroht, da wird dazwischengegangen, da kriegt er „sooo einen Hals“ ...
Doch so rau die Schale, so weich der Kern. Seine menschliche Zuwendung zu anderen bestreiten selbst die nicht, die seine politischen Auffassungen nicht teilen: seinen Einsatz für Leute, die Sorgen haben, für Einrichtungen, die von Schließung bedroht sind, fürs Ehrenamt, das die Dörfer lebendig hält, für Behinderte, die Fürsprecher brauchen.
„Als gelernter Maurer und als Gewerkschafter weiß ich, was Solidarität bedeutet“, sagt der Mann „mit dem Helfersyndrom“ (Schminke über Schminke). „Ich stehe deshalb besonders für die ein, die keine Lobby haben.“ Dann wird aus dem vermeintlichen Haudrauf ein Taktiker, der in aller Stille daran werkelt, aus vielen Lagern Mitstreiter und gemeinsame Strategien zu finden: „Trotz politischer Unterschiede haben wir es doch immer wieder mit reinen Sachfragen zu tun. Wem nützt es dann, wenn wir uns gegenseitig vorführen - und damit gute Lösungen blockieren?“
Dass das mehr als Sprüche sind, beweist er augenfällig in seinem Heimatdorf, wo er lange Ortsbürgermeister war und die dörfliche Gemeinschaft noch immer mitgestaltet. Könnte er sich auch in der Landespolitik Gehör verschaffen? Für ihn keine Frage - selbst wenn die SPD Oppositionspartei bliebe. Er würde zum Beispiel unverdrossen gegen den „Privatisierungswahn“ zu Felde ziehen, der „nur das Ziel kennt, alles immer billiger und billiger zu machen.“ Wenn Schminke an die Küche der Landespolizeiakademie in Münden denkt, bei deren Privatisierung so ziemlich alles schief gelaufen ist, oder an die geplante Privatisierung der Straßenmeistereien, die ihn um die Sicherheit der Straßen fürchten lässt, dann schwillt ihm der Kamm. Genauso wie beim Thema öffentliche Bauaufträge, wenn einheimische Firmen leer ausgehen. „Ich bin nicht grundsätzlich gegen Privatisierung oder Reformen. Sie müssen aber so angelegt sein, dass nicht auf Kosten der hier lebenden Menschen Geld gespart wird. Wir brauchen Arbeitsplätze vor Ort und gute Löhne, damit die Kauf- und Steuerkraft vor Ort bleiben. Mit Billigfirmen von außerhalb geht das nicht.“
Es gäbe also viel zu tun, und Schminke brennt darauf. Er liebt den Kampf - auch mit dem Risiko des Scheiterns. „Wenn ich von einer Sache überzeugt bin, muss ich es wenigstens versuchen“, sagt er. „Verliere ich dann doch, kann ich mich wenigstens immer noch im Spiegel angucken.“

Das will er für seinen Wahlkreis erreichen
HNA vom 10.01.2008 –Axel Schmidt
Guter Lohn für gute Arbeit, mehr frühkindliche Förderung und Unterstützung des Ehrenamts

• Faires Vergabegesetz. Das Gesetz zur Vergabe öffentlicher Bauaufträge soll neu gefasst werden. Schminke will sich dafür einsetzen, dass Kommunen, Kreise, das Land und andere öffentliche Investoren nur noch Bauunternehmen beauftragen, die ihre Mitarbeiter korrekt nach Tarif bezahlen. Sprich: Guter Lohn für gute Arbeit.

• Bessere Bildung von Kindheit an. Der SPD-Mann ist für größere Chancengleichheit in Bildung, Fort- und Weiterbildung. Er sähe gern mehr Ganztagsschulen mit hoher Durchlässigkeit - aber nur dort, wo sie von den Eltern ausdrücklich gewollt werden.

Ein besonderes Anliegen ist für ihn frühkindliche Bildung. speziell die Sprachförderung schon im Kindergartenalter. Dies sei eine der wichtigsten Voraussetzungen für den erfolgreichen Lebensweg von Kindern aller Nationen, die in Deutschland leben - deutsche Kinder eingeschlossen.

Hier tue das Land entschieden zu wenig.

• Förderung umweltfreundliche Energien. Stichwort Klimawandel, Stichwort schwindende (und damit immer teurer werdende) Öl- und Gasvorkommen: Schminke setzt sich für mehr Energieberatung sowie die Förderung und Nutzung von erneuerbaren Energien ein, etwa durch Bioenergiedörfer.

Das Land müsse sich außerdem stärker darum kümmern, mehr Fördermittel bei der Europäischen Union aufzuspüren und anzuzapfen.

Ein weiteres Thema ist für ihn die energetische Gebäudesanierung. Denn dies habe auch den Effekt von zusätzlichen Aufträgen für das kleine und mittelständische Handwerk.


• Förderung des Ehrenamts und der Vereine. Für Schminke eine Zukunftsfrage besonders für ländliche Gegenden. Ohne ehrenamtliches Engagement in Sport, Kultur, Sozialbereich, Feuerwehr und, und, und leide die Lebensqualität der Dörfer und Kleinstädte.